Beschäftigen wir uns mal näher mit dem Datenschutz, mit der Sicherheit im Einzelhandel, mit dem Einsatz von Kaufhausdetektiven und beschäftigen wir uns mit den diversen Möglichkeiten des Diebstahl Management. Nun, da tun sich Welten auf, da herrscht stellenweise in Sachen Datenschutz der reinste Supergau.

An alles schein man gedacht zu haben aber was den Datenschutz betrifft, da bekommt man große, sehr große Augen und man stellt sich die Frage: Hat ein Ladendieb kein Recht auf Datenschutz?

Datenschutz im Diebstahl Management

Erst einmal möchte ich die Begrifflichkeit Diebstahl Management kurz erläutern. Im Diebstahl Management geht es darum Diebstähle (Straftaten im Einzelhandel) zu erfassen, zu archivieren und es geht darum Auswertungen diversester Ausprägungen anzufertigen. Ein Diebstahl Management kann sowohl manuell unter Einsatz von Papier und Excel Listen erfolgen, es kann aber auch komplett digitalisiert abgebildet werden, Kurzum. Unabhängig der Art und des Umfangs bleibt ein gravierender Punkt immer unberücksichtigt, der Datenschutz.

Diebstahl Management / Diebstahl Aufdeckung in der Praxis

Ich selbst entstamme dem Loss Prevention Management. Als Inhaber einer Detektei habe ich zahlreiche Kunden aus dem Einzelhandel betreut und mit meinem Kaufhaus – und Ladendetektive zahlreiche Laden – und Mitarbeiterdiebstähle aufgedeckt. Zahlreiche Strafanträge wurden gestellt und ebenso viele unterschiedliche Vordrucke hierzu verwendet. Eigentlich normal, so scheint es für den Anfang aber beschäftigt man sich mit dem Thema Datenschutz im Einzelhandel dann wird man nachdenklich. Um was geht es eigentlich, was läuft im Diebstahl Management so besonders schief und um welchen Datenschutz geht es hier eigentlich.

Datenschutz im Diebstahl Management kurz erklärt

Warum gibt es die DSGVO ?

Die Ziele der DSGVO sind der Schutz der Grundrechte und Grundfreiheiten natürlicher Personen und insbesondere deren Recht auf Schutz personenbezogener Daten. Der Datenschutz des einzelnen Bürgers soll gewährleistet werden, aber auch die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch Unternehmen.

Es geht hier somit um den Datenschutz von personenbezogener Daten von natürlichen Personen und bei einer Person die des Ladendiebstahls verdächtigt wird, handelt es sich somit um eine natürliche Person.

Aber die DSGVO gilt doch nur für Daten die Online erhoben wurden!

Das scheint ein weitverbreiteter Mythos zu sein. Aber letztendlich wäre es fast besser alle Daten online zu erfassen, dazu aber später mehr. Machen wir also Schluss mit diesem Mythos denn die DSGVO sagt dazu in Artikel 2 Abs 2 folgendes:

Art 2 Abs 1 DSGVO legt den „sachlichen Anwendungsbereich“ wie folgt fest:

Diese Verordnung gilt für die ganz oder teilweise automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten sowie für die nichtautomatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten, die in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen.

Also, unabhängig wie die Daten verarbeitet werden, der Datenschutz hat immer noch seine Rechtfertigung.

Und welche Rechte hat nun die betroffene Person, der vermeintliche Ladendieb?

Kurz und knapp. Er hat genau die Rechte welche jede natürliche Person hat. Was genau dazu gehört, welche Rechte damit gemeint sind, das ist in Kapitel 3 Artikel 12 bis 23 DSGVO ausführlich beschrieben.

Nehmen wir nun den Artikel 17 DSGVO. Dieser Artikel beschreibt das Recht auf Löschung (vergessen werden). Sicherlich, jeder Einzelhändler hat das Recht die Daten der betroffenen Person zu speichern und somit zu verarbeiten. Dieses Recht ist aber nicht auf unbestimmte Zeit festgeschrieben sondern unterliegt den sogenannten Löschfristen.

Liegt ein Antrag auf Löschung oder eine gesetzliche Löschpflicht vor, hat die Umsetzung unverzüglich zu erfolgen. Das bedeutet, dass dem Verantwortlichen nur eine angemessene Zeit zur Prüfung der Voraussetzungen einer Löschung zur Verfügung steht. Im Falle eines Löschungsantrags ist der Betroffene spätestens innerhalb eines Monats über ergriffene Maßnahmen oder über die Gründe der Ablehnung zu informieren. Ein weiteres Mal schlägt sich das Recht auf Vergessenwerden in der Mitteilungspflicht wieder. Neben der Löschung hat der Verantwortliche gemäß Art. 19 EU-DSGVO sämtliche Empfänger der Daten darüber zu informieren. Dabei hat er alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel und angemessene Maßnahmen auszuschöpfen.

Bleiben wir also bei Beispiel Artikel 17 DSGVO und schauen mal in die Realität. Es bleibt festzuhalten, dass der Einzelhandel durchaus das Recht hat die Daten zu verarbeiten und für einen bestimmten Zeitraum zu speichern. In der Realität sieht das Prozedere dann wie folgt aus:

Am 04.03.2016 wurde Paul Mustermann bei einem Ladendiebstahl gestellt. Seine Daten wurden erfasst und es wurde Strafantrag gestellt.

Dieser Strafantrag wird vom Kaufhausdetektiven kopiert und eine Fassung im Ordner Diebstahl in der entsprechenden Niederlassung abgeheftet. Eine 2te Fassung wird postalisch, per Mail, per Fax an die Zentrale übermittelt u.a. zur Revisionsabteilung. Auch hier wird der Strafantrag abgelegt. Nun fertigt der Kaufhausdetektiv noch eine Auswertung für seine Detektei und für sich selbst, damit auch sein Chef eine Statistik erstellen kann und der Detektiv bei einer eventuellen Gerichtsverhandlung und Zeugenvernehmung einen Einblick in den oftmals schon lange Zeit zurück liegenden Fall nehmen kann. Wir haben nun schon 4 Kopien im Umlauf. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass nur 5 ebenfalls existiert und bei der zuständigen Staatsanwaltschaft liegt.

Jahre später, das Verfahren ist längst abgeschlossen oder wurde sogar eingestellt, möchte Paul Mustermann von seinem Recht auf Löschung Gebrauch machen und fordert den Einzelhändler dazu auf. Nun stellt sich die Frage…. Wie möchte der Einzelhändler denn dieser Verpflichtung nachkommen? Das wird schwierig und somit fast unmöglich.

Irrsinn Datenerfassung – Art und Umfang der erfassten Daten

Das Recht auf Löschung haben wir dann schon einmal geklärt. Kommen wir zum nächsten Ereignis, welches ich im Einzelhandel täglich feststellen durfte. Es betrifft das Strafantragsformular, also den Vordruck, welchen ein Kaufhausdetektiv verwendet um die Daten der Person zu erfassen. Gäbe es hier ein einheitliches Formular welches auf die Anforderungen der DSGVO angepasst wäre, dann könnte man fast sagen – Alles im grünen Bereich – aber dem ist leider nicht so. In Sachen Formulargestaltung ist der Einzelhandel schon sehr kreativ. Da werden Formulare entworfen, die jenseits von Gut und Böse sind. Ebenso werden Daten mit besonderen Kategorien erhoben. Hierbei geht es um die Daten, welche in Arikel 9 DSGVO beschrieben sind..

Irgendwie dann auch nicht so toll, wenn dann in der schriftlichen Zeugenaussage zu lesen ist “beschuldigte Person gab an aufgrund einer DIABEtiS 2 Erkrankung nicht Herr der Sinne gewesen zu sein”.

Wir sehen, der Datenschutz scheint hier gänzlich auf der Strecke geblieben zu sein. Zahlreiche weitere Verstöße gegen die DSGVO und gegen die Betroffenrechte könnten hier erwähnt werden.

Strafantrag Erfassung mittels online basierender Diebstahl Management Software

Ja, das könnte die Lösung sein aber was es hier derzeit auf dem Markt an Lösungen gibt ist komplett auf den Einzelhandel ausgerichtet aber nicht unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Auch bei den mir bekannten Lösungen wird der vermeintliche Ladendieb weder über die Verarbeitung seiner Daten fachkundig informiert, noch verzichtet man hier auf den Ausdruck von Kopien und die Ablage in unterschiedlichen Fachbereichen.

Somit kam ich auf die Idee, da mit dem Thema Diebstahl Prävention gut vertraut eine online basierende Lösung zu erstellen, welche die in diesem Beitrag erwähnten DSGVO Merkmale zu 100% erfüllt und zudem durch ein integriertes Löschkonzept alle Daten nach Ablauf der gesetzten Fristen tatsächlich aus dem System gelöscht werden.

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