dsgvo und weihnachtskarten

Mit Sicherheit feiern wir in diesem Jahr aufgrund der Covid 19 Pandemie ein anderes Weihnachtsfest. Es ist eben aktuell nicht so beschaulich wie in der Vergangenheit und so wirkliche Weihnachtsstimmung mag bei den Menschen und bei vielen Unternehmern nicht so wirklich aufkommen. Schwere Zeiten haben wir wohl alle überstehen müssen und somit Zeit sich wenigstens mit einem Weihnachtsgruß bei seinen Kunden, Geschäftspartnern und Geschäftsfreunden zu bedanken!

Versand von Weihnachtskarten und die DSGVO

Aber was hat denn die DSGVO nun mit dem Versand von Weihnachtskarten zu tun? Die Frage ist einfach und schnell beantwortet. Wer Weihnachtskarten an seine Geschäftspartner, Kunden und Geschäftsfreunden versendet, nutzt logischerweise hierzu deren persönliche Daten. Somit treten hier 2 unterschiedliche Merkmale in Erscheinung. Zum einen setzt der Versand von Weihnachtsgrüssen die Einwilligung des Empfänger voraus. Dieses ist in Artikel 6 Absatz 1 a DSGVO geregelt. Zum anderen kommt nun das berechtigte Interesse des Versenders ins Spiel welches wiederum in Artikel 6 Absatz 1 f DSGVO geregelt ist. Also, was ist zu tun bzw. was sollte beachtet werden?

Versand von Weihnachtspost nur mit Einwilligung des Versenders möglich?

Eigentlich müsste nun jeder Versender von Weihnachtspost seinem Empfänger um eine entsprechende Einwilligung bitten. Stimmt dieser nun zu, dann steht dem postalischen Versand nichts mehr im Wege. Aber welcher Unternehmer fragt nun bei seinen auf der Empfängerliste vorgemerkten Kunden / Geschäftspartnern – und Geschäftsfreunden diese Einwilligung ab? Das dürfte sich wohl sehr kompliziert und umständlich darstellen.
Zudem werden an eine wirksame Einwilligung hohe Anforderungen gestellt. Im Kern geht es bei der Weihnachtspost ja auch um eine nette Überraschung für den Kunden. Man fragt ja auch nicht „Darf ich mich bei Ihnen bedanken?“ bevor man sich bedankt. Tatsächlich ist es inzwischen auch fast einhellige Meinung, dass das berechtigte Interesse des Versenders als Legitimation reicht.

Es geht also einfach darum sich bei seinen Kontakten für eine tolle Zusammenarbeit zu bedanken und somit ein sozialadäquates Verhalten auszuleben. Hierzu kann man dann auch auf der Webseite Datenschutzbeauftragter-info.de folgendes Statement nachlesen:

Es gehört zu einem normalen und sozialadäquaten Verhalten, sich bei seinen Kunden und Geschäftspartnern zu bedanken und ihnen eine schöne Weihnachtszeit, sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen.

Somit alles in bester Ordnung?

Hier nun eine finale Zusammenfassung was Sie bei dem Versand von Weihnachtskarten dennoch beachten sollten:

  • Wenn man nun von einem berechtigten Interesse ausgehen kann, muss auf der Weihnachtskarte ein Widerspruchsrecht eingeräumt werden. Das besagt der Artikel 21 DSGVO.
    Bitte beachten Sie: Dieses gilt nur, wenn die Weihnachtskarten traditionell als Brief versendet werden
  • Versand per Mail oder über soziale Netzwerke
    Entscheidet man sich für den E-Mail oder Instant Messaging oder Social Media geht die DSGVO von einer Form der Direktwerbung aus. Diese wiederum benötigt ein Einwilligung, was gar nichts mit der DSGVO zu tun hat, sondern hier kommen lauterkeitsrechtliche Gründe laut § 7 Abs. 3 UWG ins Spiel.
  • Ausführug über eine Druckerei
    Aufpassen sollte man als Versender besonders dann, wenn man die Weihnachtskarten in eine Druckerei gibt, denn hier werden die Weihnachtskarten personalisiert unter Verwendung der vorliegenden Personendaten gedruckt. Hier ist man als Versender in der Verantwortung und sollte berücksichtigen, dass Dritte das Datenschutzrecht einhalten. Die meisten Verträge mit Druckereien sind allerdings der DSGVO angepasst.