Der Datenschutz ist für einige Unternehmen ein leidiges und stellenweise auch ein schwerverständliches Thema. Aber was sich H&M in Sachen Mitarbeiter Daten erlaubt hat, dürfte man wohl unter die Kategorien – peinlich – bedenklich – gewöhnungsbedürftig eingestuft werden.

Jedem ist bekannt,  dass der Einzelhandel aufgrund der Corona Krise Umsatzeinbrüche zu verzeichnen hat. Schlecht für H&M weil von den darbenden Umsätzen eine Strafe von 35 Millionen Euro zahlen.  Dramatisch auch aus dem Grund, weil H&M zeitgleich zu dieser PR Mitteilung in einer anderen Pressemitteilung angibt, 250 Filialen schließen zu wollen.

Wie viele Filialen hätte man mit 35 Millionen Euro wohl am Leben halten können.

H&M und das Datenschutz Desaster

Was ist denn nun genau passiert?

H&M hatte in einem Servicecenter des Online-Shops in Nürnberg seit mindestens 2014 Notizen von Mitarbeitergesprächen gemacht und auf dem Netzlaufwerk dauerhaft gespeichert. Konkret ging es um Gespräche, die Führungskräfte mit mehreren hundert Mitarbeitern geführt haben, nachdem sie aus dem Urlaub kamen. Die Vorgesetzten sollen auch Krankheitssymptome oder Arztdiagnosen aufgezeichnet haben.

Zudem haben einige Führungskräfte auch private Details wie familiäre Probleme oder religiöse Bekenntnisse der Mitarbeiter abgefragt – und digital gespeichert. So waren sie für bis zu 50 weitere Kollegen lesbar. Die Daten nutzten die Vorgesetzten offenbar auch, um Entscheidungen im Arbeitsverhältnis zu treffen. Im Oktober 2019 wurden die Missstände öffentlich.

H&M gelobt Besserung

“Der vorliegende Fall dokumentiert eine schwere Missachtung des Beschäftigtendatenschutzes am H&M-Standort Nürnberg”. Das verhängte Bußgeld ist dementsprechend in seiner Höhe angemessen und geeignet, Unternehmen von Verletzungen der Privatsphäre ihrer Beschäftigten abzuschrecken.

H&M hat sich bei den Betroffenen entschuldigt und ein Konzept vorgelegt, wie der Datenschutz in seinem Service-Center künftig gewahrt werden soll. Der Modehändler kündigte zudem an, den Mitarbeitern Schadenersatz zahlen zu wollen.