Am vergangenen Dienstag haben vermutlich Millionen von Menschen die Sendung “Höhle der Löwen” im Fernsehn angeschaut. Lustig und manchmal interessant ging es dort zu und wie so immer fanden gute Ideen (das betrifft meine Meinung) keinen Investor und fragwürdige Geschäftsideen eine mega Begeisterung.
Besonders das Thema Sicherheit hat so manschen Investor in gute Laune versetzt und wahre Dollar Noten in die Augen zeichnen lassen. Aber was hinter dem so “einmaligen” Produkt wirklich steckt, lies mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

Das Pfefferspray als Lifestyle Produkt mit dem klangvollen Namen Safaya

Erst dachte ich es handelt sich um einen bitteren Scherz aber weit gefehlt. Es wurde hier wirklich ein nicht unbedenkliches Produkt namens Pfefferspray, versehen mit etwas Glitzer Schicki Micki, als das ultimative Sicherheitsprodukt angeboten, welches besonders die weibliche Zielgruppe ansprechen sollte. Nein es ist kein Scherz gewesen und was die Investoren dann an Kompetenz vorzuweisen hatten, was schon beeindruckend.

Pfefferspray ist kein Spielzeug und auch kein Lifestyle Produkt

Dagmar Wöhrl war, wie ihre Kollegen auch, total begeistert und erwähnte die guten Beziehungen die sie in ihrem Unternehmen mit Sicherheitsunternehmen pflegt. Gut beraten wäre sie gewesen schon vorab diese Beziehungen zu nutzen und den Hintergrund von Pfefferspray zu hinterfragen. Einzig Herr Maschmeier hat die Legalität des Produktes angefragt und ein klares Ja als Anwort bekommen. Nein, es ist nicht legal mit Pfefferspray die angedachte Zielsetzung zu erreichen. Warum und weshalb, das erklären wir hier.

Pfefferspray zur Abwehr von Tieren

Hätte die so vollmundig auftretende Gründerin sich mit dem Thema “Pfefferspray” mal etwas intensiver beschäftigt, dann hätte sie erwähnen müssen, dass sich “Frau” mit dem Spray vor Angriffen von Tieren hätte schützen können. Denn eben dazu ist Pfefferspray auch gedacht und um Gottes Willen, nicht für den Einsatz gegen Menschen. Steht sogar auf jedem legal produzierten Spray drauf aber wenn man das dann mit Glitzersteinchen und Schicki Micki verpackt, natürlich sehr schwierig zu erkennen.

Wann und wo und wie man Pfefferspray mit sich führen und auch verwenden darf, das kann man hier leicht nachlesen:

Ich zitiere aus dem Online Angebot der Welt

Pfefferspray darf als Gegenwehr bei Tieren und bei Menschen eingesetzt werden. So gefährlich die Folgen auch sein können – rechtlich gesehen gilt für Pfefferspray dasselbe wie für andere Dinge, die man zur Selbstverteidigung einsetzen kann, erklärt Rechtsanwalt Riebe. Auch der Einsatz von Schlüssel, Holzstück oder Handtasche als Waffe könne schließlich üble Folgen haben.

Wann ist Pfefferspray erlaubt und wann ist es verboteen

Geschäftsmodell Panik Mache

Kommt immer gut, denn die aktuelle Situation lässt vermuten, dass besonders Frauen enormen Gefährdungen ausgesetzt sind. Sicherlich, besonders als Frau möchte man sich gut geschützt wissen aber mit einem Pfefferspray mit Klitzersteinchen ist das nicht unbedingt zu erreichen, das unbeschreibliche Gefühl der Sicherheit.

Diese Meinung vertritt unter anderem auch die Polizei, welche vor dem Produkt auch warnt.
Ich zitiere nochmals aus dem Beitrag der Welt

So warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor dem Hantieren mit Reizgas und anderen frei erhältlichen Waffen. „Wir haben eine sehr skeptische Haltung zur Selbstbewaffnung. Diese Dinge vermitteln nur scheinbar Sicherheit“, sagte GdP-Sprecher Rüdiger Holecek. „Das kann sogar dazu führen, dass man sich Situationen stellt, denen man lieber ausweichen sollte“, sagte er. Ausweichen oder Fliehen sei keine Feigheit. Nach seiner Ansicht nützen das Reizgas oder die Schreckschusswaffe in der Tasche wenig, wenn der Umgang damit nicht trainiert wurde.

Der Mensch ist und bleibt ein Fluchtier

Ja, in der Tat. Es ist ratsam bei einer entstehenden Gefahrensituation tatsächlich die Flucht zu ergreifen. Das ist in unserem Beruf als Personenschützer fast ein Standard Gebet. Es geht nicht darum mit Waffen und anderen wilden Glitter Döschen zu hantieren, es geht um den reinen Instinkt und dieser definiert sich in Flucht.
Und selbst wenn die Flucht nicht immer möglich ist, gibt es mit Sicherheit wesentlich bessere Produkte für die Sicherheit aber ein Pfefferspray in Form von einem Lifestyle Produkt kann es nicht sein.

Fazit: Auch wenn auf der Webseite des Anbieters das Produkt nun auch tatsächlich zur “Tierabwehr” angepriesen wird, in der Sendung wurde das nicht so erwähnt, denn dann wäre wohl das Interesse der fachkundigen Investoren definitiv nach unten katapultiert worden. Die Gefahr auf unseren Straßen von einem wilden Tier angegriffen zu werden scheint zwar möglich aber ein Massenmarkt, so wie die Investoren sich das ja wünschen, kann damit mit Sicherheit nicht generiert werden.

Sinnvolle Produkte für die Sicherheit

Zahlreiche tolle Produkte für die Sicherheit werden derzeit von vielen Herstellern angeboten. Klar, nicht mit Glitzersteinchen versehen und auch nicht so trendig im Erscheinungsbild. Aber wenn man sich die Frage stellt – Um was geht es eigentlich? Um wirkungsvollen Schutz oder Schicki Micki – dann sollte die Kaufentscheidung auf die Begrifflichkeit Wirkungsvoll konzentriert werden.