Warum secForm auf die Idee mit dem Diebstahl Management gekommen ist

Le Vendeur Interview

Der Volksmund bezeichnet es simpel als Ladendiebstahl. Das ist auch im Ursprung völlig korrekt, nur die Prozesse die vor – und nach einem Ladendiebstahl aktiv werden, sind um ein vielfaches umfangreicher. Kurzum: Im Einzelhandel und in der Sicherheitsbranche wird der aus den USA eingeführte Begriff – Loss Prevention Management – dann im deutschsprachigen Raum als – Diebstahl Management – bezeichnet.

Alle Kernzahlen im Diebstahl Management erfassen

Das französische Fachmagazin „De Vendeur“ welches auch in der Schweiz seine Leserschaft hat, wurde auf die Aktivitäten von thinksave.de aufmerksam und nahm dieses zum Anlass ein Interview zum Thema mit thinksave.de zu führen. Gerne haben wir diese Möglichkeit wahrgenommen zumal auch der Ladendiebstahl keine Grenzen kennt und auch in Frankreich bzw. in der Schweiz der Einzelhandel davon betroffen ist.

Le Vendeur

Hallo Torsten, eine Frage die uns schon beschäftigt und uns neugierig hat werde lassen. Wie kommt mal als Detektei auf die Idee eine online basierende Software mit Schwerpunkt Diebstahl Management zu entwickeln?

ThinkSave

Nun, eigentlich war das eher aus einer Notlage heraus geboren und wurde nur für uns bzw. für befreundete Partner Detekteien auf die Beine gestellt.

Le Vendeur

Wie darf man das verstehen und wie genau hat sich die Notlage den zugetragen?

Thinksave

Man darf nicht immer davon ausgehen dass nur große Einzelhändler / Ketten und Filialisten von Ladendiebstählen betroffen sind. Diese Big Player verfügen natürlich über die perfekten Arbeitsbedingungen für Kaufhaus Detektive. Dieses resultiert aus einem eigenen Detektivbüro welches mit einem PC ausgestattet ist und dann in der Regel auch über eine entsprechende Diebstahl Management Software verfügt.

Bei dem kleinen Einzelhändler, wobei auch Filialisten dazu zählen können, fehlt es oft an Platz und von IT Unterstützung darf man dann auch nur träumen. Hier muss der Kaufhaus Detektiv schon sehr kreativ sein um sein Arbeitsumfeld halbwegs sicher und komfortabel organisieren können. Oftmals ist es auch so, dass Strafanträge auf Kartonage zu Papier gebracht werden müssen, weil es hinten und vorne einfach keinen ausreichenden Platz gibt.

Ernsthaft dazu bewogen hat uns dann das Thema Datenschutz, denn wie der sichere Umgang mit sensiblen Daten in derartigen Arbeitsumgebungen gewährleistet werden kann, schien uns nicht auf Anhieb erkennbar.

Le Vendeur

Wie darf man das genau verstehen? Sind die Daten somit nicht in sicheren Händen?

ThinkSave

Doch, jeder gibt sein Bestes. Aber wo gearbeitet wird und Detektive arbeiten nun einmal unter sehr stressigen Bedingungen, können auch mal Fehler passieren. Desweiteren ist es so, dass von erstellten Strafanträge auch Kopien angefertigt werden, welche an unterschiedliche Personengruppen geleitet werden müssen. Hierzu gehören u.a. Polizei, Detektei, Revision, Geschäftsführung, einfach an alle die sich mit dem Thema beschäftigen müssen.

Le Vendeur

Und wie habt Ihr die Problemfelder Platz und Datenschutz nun gelöst?

thinkSave

Unser Ziel ist es gewesen eine Lösung zu erstellen die vom Detektiv schnell und sauber mit einem mobilen Endgerät z.B. mit dem Smartphone oder einem Tablet erfasst und verwaltet werden kann. Natürlich kann auch  mit dem PC (sofern vorhanden) gearbeitet werden.

Was die Datensicherheit betrifft war es uns wichtig, dass der Detektiv vor Ort keine Kopien fertigen muss und auch möglichst wenig Papier erzeugt.

Die erstellten Strafanträge werden somit elektronisch erfasst und an einen zuvor definierten Personenkreis verschlüsselt übertragen, was im übrigen noch einen Vorteil generiert, es wird Unmengen an Papier gespart und es bleiben keine Strafanträge sichtbar im Raum liegen.

Le Vendeur

Das hört sich auf Anhieb überzeugend an. Aber was ist wenn der Detektiv über keine Online Verbindung verfügt? Was macht er dann?

Thinksave

Das ist ein Thema was uns wirklich beschäftigt und auch wurmt. Hier denken wir über eine Offline Variante nach, welche es ermöglicht Strafanträge zu erfassen und diese dann später zu versendet. Aktuell bleibt dann die Papier Lösung wobei aber auch hier der Ansatz Bestand haben muss, dieses Papier möglichst schnell zu digitalisieren.

Le Vendeur

Habt Ihr secform bereits im aktiven Einsatz und wie sieht der Handel diese Vorgehensweise

ThinkSave

Natürlich habe wir secForm schon mit einigen Detekteien und Händlern zum Einsatz gebracht. Die Erfahrungen sind absolut positiv zu bewerten und der Händler schätzt unsere Anwendung, weil er in Echtzeit über alle informiert wird. Es ist einfach alles wunderbar transparent und wahnsinnig schnell.

Was die damit arbeitenden Detektive betrifft muss ich eine kleine Story erzählen. Wegen diversen Anpassungen haben wir die Lösung für wenige Stunden vom Netz nehmen müssen. Dieses haben wir allen Beteiligten mitgeteilt nur im falschen Wortlaut. Anstatt „wir nehmen secForm für wenige Stunden vom Netz“ – wurde „wir nehmen secForm von Netz – kommuniziert.

Da war dann was los und wir hatten den Eindruck dass die Detektive schon süchtig danach geworden sind.

Heute arbeiten wir auf mehreren Servern so dass kein Detektiv Entzugserscheinungen erleiden muss.

Le Vendeur

secform ist enorm günstig. Kann man denn damit überhaupt Geld verdienen?

ThinkSave

secForm ist nicht günstig sondern einfach seinen Preis wert. Natürlich soll auch das Ziel verfolgt werden mit secForm den Einen oder Anderen Umsatz zu generieren. Ziel ist es aber vorrangig dem Einzelhandel und den Detekteien eine sinnvolle und digitalisierte Lösung an die Hand zu geben mit der diese ein durchaus gesundes „Diebstahl Management“ realisieren können.

Le Vendeur

Wie sehen das Eure Mitbewerber und warum habt Ihr auch den Fokus auf Detekteien gelegt?

ThinkSave

Ich denke es gibt keine Mitbewerber Szenerie in diesem Bereich. Natürlich gibt es eine herausragende Lösung auf dem deutschen Markt welche jedoch den Fokus auf die bereits erwähnten Big Points ausgerichtet hat. Wir konzentrieren uns wirklich auf den kleinen Einzelhändler und eben auch auf Detekteien und das hat einen ganz besonderen Grund.

Wir sehen in unseren Kollegen eine ideale Vertriebs-Unterstützung bieten diesen aber auch zeitgleich ein günstiges Produkt mit dessen Unterstützung die Detekteien beim Handel bessere Konditionen für den Einsatz von Kaufhaus Detektiven einholen können.

Gute Detektive hat jeder in seinem Portfolio, gute Detektive die jedoch dem Händler in Sachen Digitalisierung einen Mehrwert bieten, hat eben nicht jede Detektei. Zudem ist der Arbeitsaufwand für eine Kaufhaus-Detektei enorm was das Monitoring, Reporting und die Archivierung von Strafanzeigen betrifft. Mit secForm gehört dieser Aufwand natürlich der Vergangenheit an.

Le Vendeur

Wie sehen Polizei und Strafverfolgungsbehörden die Idee von secForm?

ThinkSave

Da muss ich schmunzeln. Keine Ahnung, weiß ich nicht. Jedoch kommt es hin und wieder schon vor, dass uns Polizisten, die unsere Arbeit unterstützen, darum bitten den entsprechenden Strafantrag am Abend bei der Inspektion vorbei zu bringen. Diesem Wunsch kommen wir natürlich nach indem wir die Beamten nach ihrer eMail Adresse fragen und diese, sofern diese eine Dienstellen Mail Adresse zur Hand haben, direkt im Prozess der Erstellung aufnehmen und dann per Knopfdruck senden.

Le Vendeur

Aus diesem Grund auch das Upload Tool?

ThinkSave

Ja genau. Auch aus unserer Erfahrungswelt geboren. Häufig kommt es vor dass Detektive mittels Kamera Unterstützung Beweismittel erstellen. Im klassischen Fall ist es nun so, dass die Polizei hier entsprechende Datenträger / CD / Sticks etc. zur Verfügung gestellt bekommen muss. Auch wieder Zeit die vergeudet wird und Geld was unnötig investiert werden muss. Mit secForm erstellt der Detektiv das entsprechende Beweismittel und fügt dieses dem Strafantrag per Upload zu. Eben einfach digitalisiert.

Le Vendeur

Wir hatten das Thema schon und zwar den Datenschutz. Wie geht ihr damit um?

ThinkSave

Wir würden lügen wenn wir uns zu dem Thema keinen Gedanken gemacht hätten und uns auch keine Gedanken darüber machen würden. Das Thema beschäftigt uns und alles was wir tun richtet sich nach dem Datenschutz aus. Ein wichtiges Merkmal zum Thema Datenschutz liegt in der folgenden Aussage begründet.

So viel Daten wie nötig, so wenig Daten wie möglich

Ein Strafantrag hat nun eben seinen Daten-Input. Da kommen wir nicht dran vorbei, ganz klar. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Daten nur die Menschen erreichen, die mit der Bearbeitung derartiger Vorgänge beauftragt sind. Ein Detektiv erstellt die Ausgangslage, darf aber definitiv nicht dazu verdammt werden, die von ihm erstellten Strafanträge durch die Gegend zu schleppen, Kopien für die Kunden und Detekteien zu erstellen und dann noch eine Ausfertigung in seine Schublade zu packen. Das hat mit Datenschutz nichts zu tun… und ist auch weit weg davon. Somit haben wir das zuvor ausgesprochene Motto dahin gehend verändert, dass wir nun sagen:

So viel Daten wie nötig, so wenig Menschen wie nötig

Denn die Maße an Daten und deren Reduzierung macht keinen Datenschutz aus. Es geht einfach darum die Daten möglichst wenigen Personen zugänglich zu machen und es geht darum keine unnötigen Datenlöcher zu produzieren.

Le Vendeur

Und warum keine App?

ThinkSave

Eine App ist natürlich in Vorbereitung. Aber eine App stellt absolute Herausforderungen an den Datenschutz. Würden wir secForm mit einem eigenen Endgerät vertreiben, dann hätten wir die Sache wohl leichter in der Umsetzung. Aktuell: Wir arbeiten daran aber finale Momente können nicht genannt werden.

Le Vendeur

Eine letzte Frage. Was wünschst Du Dir für die Zukunft?

ThinkSave

Vermutlich ist die Frage auf secForm fixiert. Nun, ich wünsche mir das unsere Kunden, Partner weiterhin den Sinn und Zweck dieser Anwendung gerne für ihre Vorhaben in Anspruch nehmen und die Welt der Sicherheit etwas digitalisierter wird. Da ist viel Potential vorhanden aber man geht das Thema nicht an. Vor einigen Tagen bin ich bei einem großen Sicherheitsunternehmen gewesen und online Tools vorzustellen. Nachdem man mich gebeten hatte die Begrifflichkeiten „einzudeutschen“ habe ich den kompletten Tag überlegt, wie man Facebook denn nun eindeutschen kann.! 😉 Es ist viel zu tun und wir bringen uns gerne ein.

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