sicherheitsmitarbeiter

Anforderungen an einen Sicherheitsmitarbeiter

Kaum eine Branche polarisiert so wie die Sicherheitsbranche. Die Presse ist voll mit negativ Meldungen und im allgemeinen scheint diese Branche keine sonderliche Wertschätzung zu bieten. Trotzdem ist sie aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, denn die staatliche Sicherheit hat sich in vielen Bereichen aus Personalmangel und aus Kostengründen rar gemacht oder komplett zurück gezogen. Somit hält der Run auf die Branche an und kaum ein Anlass in welchem die Sicherheitsbranche nicht tätig ist.

Fragt man sich jedoch, wie sieht es mit der Ausbildung, der Kompetenz und den Erfahrungen aus. Während Polizisten eine mehrjährige Ausbildung absolvieren, reicht für einen Sicherheitsmitarbeiter die Unterrichtung §34 Gewerbeordnung aus. Ein einwöchiger Multiple Choice Schnell Lehrgang, der nun nicht das Maß aller Dinge sein kann. Aber mehr wird aktuell vom Gesetzgeber nicht verlangt und somit lebt man in einer Sicherheit, die so wohl keine Sicherheit sein kann.

Was macht also einen gut ausgebildeten Sicherheitsmitarbeiter aus. Welche Kenntnisse sollte er vorweisen können um für sich, die ihm anvertrauten Menschen und seinem Arbeitgeber das Bestmögliche realisieren zu können? Die Abdeckung an Kenntnissen ist enorm und oftmals, schon wegen der nicht üppigen Bezahlung, von vielen Sicherheitsunternehmen nicht abzudecken. Welch gut ausgebildeter Sicherheitsmitarbeiter arbeitet für einen Stundenlohn von max. 10 Euro, denn auch sein nicht so gut ausgebildeter Kollege erhält? Oder stellen wir die Frage mal anders? Welcher Kunde / Auftraggeber zahlt den freiwillig mehr um Qualität einzukaufen? Solange es dieses Problem gibt und solange ein enormer Preiskampf auf dem Markt herrscht, kann es nur ein Traum bleiben, der Traum vom gut ausgebildeten Sicherheitsmitarbeiter.

Anforderungen an einen guten Sicherheitsmitarbeiter

Natürlich gibt es zahlreiche Ausbildungsberufe in der Sicherheitsbranche. Diese Berufsgruppen klammern wir in diesem Beitrag einfach mal aus. Uns geht es um die Seiten-Einsteiger, die Aushilfen oder die von der Bundesagentur für Arbeit vermittelten Menschen, die in anderen Berufsgruppen nur sehr schwer unterzubringen sind aber dann in der Sicherheitsbranche Fuß fassen sollen. Genau um diese Mitarbeiter geht es und genau diese Mitarbeiter trifft man zu Hauf in Asylunterkünften, bei Groß Veranstaltungen, bei Firmenevents, auf dem Sportplatz und überall dort wo Sicherheit gebraucht wird aber keiner faire Stundenlöhne zahlen möchte. Wobei die gesteckten Anforderungen seitens der Kunden nicht einmal als lapidar zu bezeichnen sind.

Kommen wir nun zu den Anforderungen die ein guter Sicherheitsmitarbeiter vorweisen sollte.

Die Grundvoraussetzungen an einen Sicherheitsmitarbeiter

Diese sind überall identisch. Hierbei geht es erst einmal darum den Standard zu erfüllen.

  • Mindestalter 21 Jahre
  • einwandfreier Leumund, also eintragsfreies Führungszeugnis
  • Unterrichtung gem. §34a Gewerbeordnung
  • gute Kenntnisse der deutschen Sprache

Das ist es auch schon gewesen. Hier haben wir genau den Standard beschrieben wobei schon der Punkt – gute Kenntnisse der deutschen Sprache – leider schon oftmals nicht erfüllt wird.

Kommen wir nun zum gehobenen Standard, also das unbedingte Wissen, welches man als Sicherheitsmitarbeiter mitbringen sollte.

  • Sachkunde Nachweis §34a Gewerbeordnung

Hier hat der Gesetzgeber für einige in der Sicherheitsbranche beschäftigten Mitarbeiter ein Pflichtprogramm auferlegt. Der Sachkunde Nachweis wird über die zuständigen IHKn bundesweit als mehrwöchigen Lehrgang angeboten. Die Unterrichtung erfolgt in den Fachgebieten Umgang mit Menschen, Umgang mit Waffen, Unfallverhütungsvorschriften, Strafrecht, Zivilrecht, Gewerberecht und Datenschutz. Eine Pflicht den Unterricht zu besuchen gibt es jedoch nicht. Jeder kann sich bei der für ihn zuständigen IHK zur Prüfung anmelden, welche aus einem theoretischen Teil und einer mündlichen Prüfung besteht. Beeindruckend sind hier die dann doch sehr hohen Durchfallquoten, besonders im theoretischen Teil, welcher bestanden werden muss um überhaupt für die mündliche Prüfung zugelassen zu werden.

Für folgende Berufsgruppen besteht die Pflicht zur Sachkunde Prüfung

  • FÜr Kaufhaus Detektive
  • Für City Streifen
  • Für Türsteher in öffentlichen Gastronomie Betrieben
  • Für Einsatzleiter
  • Für Personen die sich mit einem Sicherheitsunternehmen selbständig machen wollen

Wenn wir das Thema Kommunikation betrachten, werden seitens der Kunden und Auftraggeber eine Vielzahl von Anforderungen gestellt und betrachtet man das Thema ASYL bzw. Umgang mit Flüchtlingen auch elementar wichtig. Hierzu gehören dann folgende Fähigkeiten

  • Sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache
  • Sehr gute Kenntnisse der englischen Sprache
  • Die Fähigkeit zur interkulturellen Kommunikation
  • Die Fähigkeit zur deeskalierenden Kommunikation

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen auf enorme Art und Weise und man kommt zu der Überlegung wie seitens der staatlichen Institutionen Ausschreibungen verfasst werden, welche die o.g. Anforderungen wünschen, jedoch bei einem Stundensatz von 20 Euro die Ausschreibung im Mülleimer landet. Das Ergebnis was dann tatsächlich in sensiblen Einrichtungen Dienst tut muss dann jeder für sich selbst beantworten. Aber auch in anderen Bereichen werden die Anforderungen immer höher geschraubt und wer in einer globalen und internationalen Welt tätig sein möchte, muss mit dem ihn anvertrauten Menschen einfach sicher und verständlich kommunizieren können.

Es gibt auch Tätigkeiten in der Sicherheitsbranche, die schon von Anfang an hohe Anforderungen an die Bewerber stellen und somit eine klare und deutliche Hürde aufstellen. Hierzu gehört u.a. auch die Branche der Geld und Wert Transporte.
Neben den bereits o.g. Kenntnissen, wie Nachweis der Sachkunde, erwartet die Branche einiges mehr an Nachweisen und Kenntnissen die sich wie folgt aufschlüsseln lassen.

  • Nachweis der Waffensachkunde
  • Schufa Auskunft
  • Ärztliches Attest (Umgang mit Waffen
  • sowie zahlreiche weitere behördliche Informationen

Spannend wird es dann, wenn es um den Bereich Personenschutz geht. Wohl jeder kann für diese verantwortungsvolle Tätigkeit eingesetzt werden. Das liegt wohl daran, dass der Personenschutz immer mit den Schwerpunkten “Muskeln” und “Kampfsport” behaftet sind. Fragen wir von Think Save bei externen Dienstleistern an erhalten wir sehr oft die Info – “Meine Jungs können gut drauf hauen” oder “Wir haben zwei Bodybuilder bei uns beschäftigt.

Nein, das hat nichts mit Personenschutz zu tun und als Personenschützer müssen alle Kenntnisse erbracht werden die in diesem Beirag genannt wurden. Selbstverständlich sind Personenschützer auch in körperlicher Fitness und Kampfsport trainiert aber stellen diese Eigenschaften nur einen Bruchteil von dem da, was ein Personenschützer tatsächlich nachweisen muss.

Neben den bereits oben genannten Nachweisen, Fähigkeiten sollte, sofern der Beruf Personenschutz in die engere Auswahl genommen werden, unbedingt eine entsprechende Ausbildung erfolgt sein. Hier zu nennen wäre die

    • Fachkraft für den Personenschutz (IHK)

und

  • Netiquette in der Sicherheitsbranche

sofern man nicht schon aufgrund eventueller Vorkenntnisse im Polizeidienst oder bei Militär entsprechende Kenntnisse erworben hat.

Zum guten Schluss bleibt dann noch der Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln, Software Anwendungen und Kamera Technik. Auch hier muss ein Sicherheitsmitarbeiter gut geschult und eingewiesen sein und auch die Fähigkeit besitzen bei Störungen schnell und richtig reagieren zu können.

Fazit: Viel was von einem gut ausgebildeten Sicherheitsmitarbeiter gefordert und erwartet wird. Viel jedoch nicht was die Bezahlung derartiger Spezialisten betrifft und somit wird es bei vielen den einfachen Standard geben.

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